Existenzanalyse

wurde der Logotherapie von Frankl als anthropologische Theorie zugrunde gelegt. Sie ist zu einem psychotherapeutischen Verfahren weiter entwickelt worden, das zur Richtung der Humanistischen Psychotherapie gehört.

Die Existenzanalyse als psychotherapeutisches Verfahren

bedeutet Analyse der Bedingungen für ein wertfühlendes, selbstgestaltetes und menschenwürdiges Leben. Sie hat
die Entfaltung der Offenheit und der Eigenaktivität im Erleben, in den Beziehungen und im Handeln zum Ziel. Die Existenzanalyse arbeitet somit an den personalen Voraussetzungen für eine sinnvolle Existenz, wenn diese durch psychische Störungen blockiert sind.

Sie hat als theoretischen und praktischen Hintergrund das Konzept der Grundmotivationen, die als »Bausteine der Existenz« (A. Längle) systematisch im Beratungs- und Therapiegespräch eingesetzt werden. Mit den Grundmotivationen werden zentrale Themen des Menschen wie Sicherheit, Beziehung, Individualität und Selbstbewusstsein erfasst. Das Konzept der GLE stellt eine Weiterführung des Franklschen Ansatzes dar, in die insbesondere die Emotionalität und die Biografie einbezogen werden. Das ist umso wichtiger, als die existenzanalytisch-logotherapeutische Anthropologie den Menschen als ein Wesen sieht, das ständig – bewusst oder unbewusst – sein Leben entscheidend mitgestaltet. Entscheidungen aber kann der Mensch nur dann sinnvoll treffen, wenn er um die zur Entscheidung stehenden Werte weiß, sie erleben und gegeneinander abwägen kann.

Der Mensch wird verstanden als ein Wesen, das auf dem Hintergrund seiner Bedingungen zur Selbstgestaltung befähigt ist.

Daher sind Begriffe wie Dasein, Existenz, Beziehung, Werte, Freiheit in der Entscheidung, Verantwortung und Gewissen Grundbegriffe existenzanalytischer Denkweise, die im Schlüsselbegriff »Sinn« (Logos) zusammenlaufen.